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Kolonialismus 2.0(.1.2): Wird das indische Volk wieder seiner Ressourcen beraubt?


Jahrhunderte, ja Jahrtausende, erwirtschaftete das heutige Indien einen Anteil zwischen 20 und 30 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung – bis zum Beginn der Industriellen Revolution, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im „Mutterland“ England begann.

Die Industrielle Revolution 1.0

Als Industrielle Revolution wird die tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, der Arbeitsbedingungen und Lebensumstände bezeichnet, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann und verstärkt im 19. Jahrhundert, zunächst in England, dann in ganz Westeuropa und den USA, seit dem späten 19. Jahrhundert auch in Japan und weiteren Teilen Europas und Asiens zum Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft geführt hat. Als wichtigste an dieser Umwälzung beteiligte Gesellschaftsklassen standen sich kapitalistische Unternehmer und lohnabhängige Proletarier gegenüber. (Wikipedia)

Es gibt viele Gründe und Vermutungen warum die Industriellen Revolution in England ihren Ausgang nahm – und nicht irgendwo anders in der Welt. So genoss England eine viele Jahrzehnte währende Friedensperiode, umfasste ein einheitliches Wirtschaftsgebiet ohne Zollschranken, eine auf Großgrundbesitz ausgerichtete verhältnismäßig produktive Landwirtschaft und damit einen Arbeitskräfteüberschuss, ergiebige Kohlevorkommen, gewisse technische Innovationen in der Feinmechanik und Werkzeugbau sowie einen für Rohstoffimport und Absatzmärkte sorgende Kolonialbesitz samt Handel, insbesondere mit Indien. Vielleicht war es aber auch nur eine Fügung des Schicksals oder Glück, dass England industrialisiert wurde und in weiterer Folge die Welt zu weiten teilen unterwerfen konnte.

Die Industrialisierung – in Kombination mit dem Kapitalismus – hatte gewaltige verheerende Auswirkungen auf die gesamte kolonialisierte Welt. Kolonien wie Indien wurden zu reinen Rohstoff-Lieferanten für die englische Industrie, während sie selbst nicht an der Wertschöpfung teilhaben durften. Allen negativen Folgen (Umweltverschmutzung, Raubbau, Ausbeutung der Arbeiter, vorübergehende Verelendung; kurz die soziale Frage) zum Trotz trug die Industrialisierung schlussendlich (v.a. durch die politische Organisation der Arbeiterschaft) zur sozio-ökonomischen „Entwicklung“ von Nationen bei

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. Massenproduktion führte zu Versorgung der breiten Bevölkerung mit Kleidung, Nahrung, Medizin und Konsumgütern, was zu einer steigenden Lebenserwartung führte, später dann auch Mobilität und Wohnraum für die Massen. Diese Entwicklungen fanden in der damaligen Agrargesellschaft Indiens nicht statt.

Das erste Multinationale Unternehmen der Welt

Über die Jahrhunderte hinweg wurde Indien Ressourcen-mäßig ausgebeutet. Den Handel kontrollierten die Briten in Kooperation mit der indischen Elite, aber auf Kosten des Volkes. Sehr anschaulich wird das am Beispiel der Textilproduktion. Die Roh-Baumwolle wurde in Indien geerntet und nach England exportiert, dort zu Textilen, Stoffen und Kleidung verarbeitet. Die Endprodukte wurden dann wieder hochpreisig nach Indien verkauft. Der Anteil Indiens an der Wertschöpfung war minimal. Kein Wunder, dass Indien finanziell ausgeblutet und seiner Rohstoffe, Arbeitskraft und Freiheit beraubt wurde – rein zum Vorteil der kapitalistischen (meist ausländischen) Herren. Man muss an dieser Stelle festhalten, dass die East-India-Company in erster Linie ein Unternehmen (und zwar das erste Multinationale) war, in erst dann ein Teil des Britischen Königreiches.

In Indien hat die Industrielle Revolution – mit all seinen Vor- und Nachteilen – bis 1991 nicht stattgefunden, sodass bis in die 70er-Jahre Indiens Beitrag an der globalen Wirtschaftsleistung (BIP) auf etwa 3 Prozent sank (von 20-30%, siehe oben).

Industrielle Revolution 2012 und seine fatalen Folgen

Nun ist Indien seit 1947 unabhängig und wird seit 1991 immer enger in die globalen Märkte integriert. Waren, Kapital und zum Teil auch Arbeitskräfte werden frei gehandelt. Indien gilt als wirtschaftliche Zukunftshoffnung und potentielle Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft. Da das Wachstum in der westlichen Welt stagniert, sucht sich das Kapital attraktive Veranlagungen mit hohen Rendite-Versprechen. Daher lassen ausländische Investoren heute ihr Geld in so genannten „Emerging Markets“ wie Indien für sich arbeiten. Dort sind die Profite höher (und Arbeitnehmerrechte geringer) als in den industrialisierten Ländern. Geld per se arbeitet natürlich nicht, sondern nur die Menschen, die das Geld in Form von Krediten oder FDIs (Foreign Direct Investment) zur Verfügung gestellt bekommen, und dieses mit Zinsen oder Rendite (=arbeitsfreies Einkommen) zurück bezahlen müssen. Daher habe ich den ganz starken Verdacht, dass sich heute das Schicksal der Proletarier des 19.Jahrhunderts in Indien wiederholt, vor allem wenn ich die Slums in Bombay gehe. Diese Elendsviertel sind wahrscheinlich mit den Arbeitervierteln von London von anno dazumal vergleichbar. Auch Umweltverschmutzung, Ausbeutung und Kinderarbeit kennen wir auch aus unserer eigenen Geschichte und sind keine Indien-spezifischen Phänomene.

Ich befürchte, dass auch diesmal (ähnlich wie während des Kolonialismus) wieder viele Ressourcen des indischen Volkes privatisiert werden und den globalen Kapitalisten in die Hände fallen. (Privare kommt aus dem Lateinischen und bedeutet berauben) Ich habe daher durchaus Verständnis für die indische Regierung, die die Märkte nur ganz zaghaft, meinst erst unter internationalen Druck und Androhung von Konsequenzen, öffnet. Siehe Standard-Artikel vom 29.Juli 2012:

In einem Interview mahnte US-Präsident Barack Obama Indien jüngst, endlich weitere Reformen anzugehen. Das Klima für Investitionen verschlechtere sich, rügte er das zweitbevölkerungsreichste Land, das er 2010 noch als Supermacht umschmeichelt hatte.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Industrialisierung ist per se nicht schlecht. Man muss deutlich anerkennen, dass die letzten zwanzig Jahre einiges an Wertschöpfung in Indien aufgebaut wurde. Heute steuert Indien bereits sieben Prozent zur globalen Wirtschaftsleistung bei, Tendenz stark steigend. Es kommt halt nur darauf an, wer den Lohn all dieser harten Arbeit einstreift. Der Kapitalismus löst zumindest die Produktionsfrage. Indien war aber aus kulturellen Gründen noch nie wirklich gut die Verteilungsfrage fair zu lösen. Liberalisierungen und Investitionen werden dieses Problem für Indien jedoch auch nicht lösen.

(Kommentar)

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About the author

Wolfgang Bergthaler

Wolfgang Bergthaler ist seit 2004 mit Indien beruflich und privat eng verbunden. Als Entrepreneur, Berater und Blogger hat er Land und Wirtschaft von den spannendsten Perspektiven kennen gelernt.
Auf "Indische Wirtschaft" teilt er seine Erfahrungen, insbesondere zu den Themen IT Outsourcing, Tech Startups, Marketing und Vertrieb.

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