Innovation, Indien 2020 Social Entrepreneurship

Wiener Unternehmen mit Innovation für sauberes Trinkwasser

In den letzten Jahren hat sich die Wasserkrise in Indien zugespitzt, die natürlichen Ressourcen und Wasserversorgungssysteme können nicht mit dem rasanten Wirtschaftswachstum des Landes mithalten. Speziell der einfache Zugang zu Trinkwasser ist ein Schlüsselfaktor für die sozioökonomische Entwicklung und stellt eine unabdingbare Grundlage für eine prosperierende Wirtschaft und die Ausübung der Menschenrechte dar.

In Indien wird die Zahl der Arbeitstage die Frauen für die Beschaffung von trinkbarem Wasser aufbringen auf 150 Millionen Tage pro Jahr geschätzt, was einem Äquivalent an entgangener Arbeitskraft von ca. 200 Millionen Dollar jährlich entspricht (UN-Water, 2005, S. 5). Die entgangenen Arbeitstage der Männer addiert ergibt dies ein Ausfall für die indische Wirtschaft von 600 Millionen Dollar pro Tag.

Ein großes Problem besteht hierbei dadurch, dass zwar die größten Flüsse der Welt (Ganges und Brahmaputra) zur Trinkwasserversorgung beitragen, diese jedoch bedingt durch den sanitären Kreislauf massiv durch Keime belastet sind. Die mangelnde Desinfektion von Wasser führt zu trinkwasserbedingten Krankheiten wie Ruhr, Cholera, Typhus usw. Laut UN haben über 80% der Krankheiten sowie Todesfolgen ihre Ursache im Konsum von kontaminiertem Wasser. Es wird davon ausgegangen, dass, um die Millenium Development Goals zu erreichen, 94 Millionen Menschen der urbanen Region sowie 61 Millionen der ruralen Region in Indien mit einer nachhaltigen Trinkwasserdesinfektion ausgestattet werden müssen.

Dabei sind 21 % der ansteckenden Krankheiten in Indien durch kontaminiertes Trinkwasser verursacht, welches wiederum zum Großteil durch den sanitären Kreislauf verseucht wird. Hier rufen die nationalen sowie lokalen Behörden und Organisationen auf, die Point-of-use-disinfection zu forcieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass solch eine Desinfektion für weniger als 5 Dollar pro Jahr ermöglicht werden kann.

Genau dafür hat das österreichische Unternehmer Helioz GmbH mit WADI (TM) ein Produkt entwickelt, welches Trinkwasser für einkommensschwache Menschen (Base of the Pyramid) desinfiziert. WADI beruht auf dem einfachen Prinzip, dass Wasser durch bloße Sonneneinstrahlung weitgehend entkeimt und damit trinkbar gemacht werden kann. Das solarbetriebene WADI ist ein sehr einfaches und kostengünstiges Gerät (Verkaufspreis soll bei etwa 5$ liegen), welches erstmalig nachvollziehbar die Keimreduktion im Wasser durch die solare Desinfektion angibt und somit vor Ort und auch für den ungeübten Anwender eine ausreichende Trinkwasserversorgung sicherstellt.

Martin Wesian, der Gründer der Helioz GmbH sieht in Indien einen großen Markt für das von ihm entwickelte Produkt. Obwohl es in Indien eine Menge an Produkten zur Wasserdesinfektion (für die urbane Mittelklasse) gibt, fehlt es (noch) an einer kostengünstigen Lösung für die Base of the Pyramid. Dem Markt für Produkte, die die Wasserqualität verbessern, sind enorme Wachstumschancen zuzusprechen. Das global agierende Marktforschungsinstitut TechSci Research prognostiziert für den Zeitraum 2011 bis 2014 ein Wachstum von über 22% aufgrund der zunehmenden Zahl an Menschen die sich der Risiken von verschmutztem Wasser bewusst werden.

Der Markteintritt in Indien ist für Ende 2011 geplant. Lesen Sie das Interview mit dem Erfinder und Gründer: http://blog.ennovent.com/2010/10/wadio-safe-drinking-water-for-everybody/

(Wolfgang Bergthaler)

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About the author

Wolfgang Bergthaler

Wolfgang Bergthaler ist seit 2004 mit Indien beruflich und privat eng verbunden. Als Entrepreneur, Berater und Blogger hat er Land und Wirtschaft von den spannendsten Perspektiven kennen gelernt.
Auf "Indische Wirtschaft" teilt er seine Erfahrungen, insbesondere zu den Themen IT Outsourcing, Tech Startups, Marketing und Vertrieb.

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