Unternehmen & Märkte

Indien leidet unter IT-Fachkräftemangel

In Indiens boomender IT-Branche reißen sich die Arbeitgeber immer stärker ums Personal. Das bekommt der Branchenzweite Infosys zu spüren, dem die Mitarbeiter in Scharen davonlaufen. Dem am Dienstag vorgelegten Quartalsbericht zufolge kündigte dort im vergangenen Vierteljahr nahezu jeder fünfte Mitarbeiter.

Infosys-Chef S.D. Shibulal sprach von einer Rekordrate. “Das ist mehr als uns lieb sein kann”, räumte er ein. Analysten schließen nicht aus, dass sich die Abgänge negativ auf das Geschäft auswirken, weil Kunden dadurch abgeschreckt werden könnten.

Indiens IT-Firmen stützen sich auf ein Reservoir von zehntausenden jungen Arbeitern, die für vergleichsweise wenig Geld arbeiten. Doch im Zuge des Aufschwungs der mehr als 100 Mrd. Dollar (72,3 Mrd. Euro) schweren Branche müssen Unternehmen wie der Branchenprimus TCS immer mehr bieten, um die Beschäftigten zu halten. Dazu sollen eine höhere Bezahlung und attraktivere Büros beitragen, die teils wie Hochschulanlagen gebaut sind.

Shibulal zufolge versucht auch Infosys mit mehr Lohn, Beförderungen und anderen Anreizen den Exodus zu stoppen. Im vergangenen Quartal steigerte der Konzern seinen Gewinn um ein Viertel auf umgerechnet 360 Mio. Euro.

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About the author

Wolfgang Bergthaler

Wolfgang Bergthaler ist seit 2004 mit Indien beruflich und privat eng verbunden. Als Entrepreneur, Berater und Blogger hat er Land und Wirtschaft von den spannendsten Perspektiven kennen gelernt.
Auf "Indische Wirtschaft" teilt er seine Erfahrungen, insbesondere zu den Themen IT Outsourcing, Tech Startups, Marketing und Vertrieb.