Chronik

Indien plant eigene Marsmission

Nach den USA, Europa und Russland plant Indien eine eigene Raumfahrtmission zum Mars. “Unser Raumschiff wird sich in die Nähe des Mars begeben und wichtige wissenschaftliche Informationen sammeln”, sagte Ministerpräsident Manmohan Singh in seiner jährlichen Ansprache zum Unabhängigkeitstag. Er sprach von einem “riesigen Schritt” für Wissenschaft und Technologie.

Die indische Nachrichtenagentur PTI hatte zuvor gemeldet, die nationale Raumfahrtorganisation ISRO werde den unbemannten Orbiter voraussichtlich im November 2013 zum Mars schicken. Die Kosten für die Mission werden nach ISRO-Angaben auf vier bis fünf Milliarden Rupien (58,5 bis 73 Millionen Euro) geschätzt. Die USA, Russland, die EU, Japan und China haben bereits Marsmissionen unternommen. Derzeit erforscht der US-Marsroboter “Curiosity” den Roten Planeten.

Das indische Raumfahrtprogramm geht bis ins Jahr 1963 zurück, es beschränkte sich zunächst jedoch auf die Entsendung eigener Satelliten ins All. 2008 landete die erste unbemannte indische Raumsonde auf dem Mond, für 2016 ist die erste bemannte Mondmission geplant. In den Nationalstolz über das Programm mischen sich kritische Stimmen, die auf Massenarmut, Hunger und Analphabetismus in Indien verweisen. Erst zu Beginn des Monats hatte es in weiten Teilen des Landes einen zweitägigen Stromausfall gegeben, und die Probleme im Verkehrssektor sind chronisch.

(AFP)

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Wolfgang Bergthaler

Wolfgang Bergthaler ist seit 2004 mit Indien beruflich und privat eng verbunden. Als Entrepreneur, Berater und Blogger hat er Land und Wirtschaft von den spannendsten Perspektiven kennen gelernt.
Auf "Indische Wirtschaft" teilt er seine Erfahrungen, insbesondere zu den Themen IT Outsourcing, Tech Startups, Marketing und Vertrieb.

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