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Aakash ist schon ausverkauft

Ubislate: Der Nachfolger soll es besser machen.
Written by Stefan Mey
Ubislate: Der Nachfolger soll es besser machen.

Ubislate: Der Nachfolger soll es besser machen.

Das von der indischen Regierung finanzierte Tablet “Aakash” erhält nun einen Nachfolger namens “UbiSlate 7” http://ubislate.com . Dieses operiert mit stärkerer Hardware und bietet erstmals die Möglichkeit an, auch außerhalb eines WLANs im Internet zu surfen. Das Vorgängerprodukt, welches erst im vergangenen Oktober vorgestellt worden war, ist mittlerweile ausverkauft.

Ansturm auf Vorgängermodell

Aakash wurde auf Initiative des Bildungsministeriums im Land mit der weltweit zweitgrößten Bevölkerung konzipiert und produziert. Lange Zeit waren kaum Informationen über das für den Schulgebrauch vorgesehene Gerät durchgesickert. Erst kurz vor der Präsentation am 5. Oktober gelangten Details an die Öffentlichkeit.

So lief der Touchscreen-PC mit einem auf 366 MhZ getakteten Prozessor und bot ein sieben Zoll fassendes, resistives Display mit 800×480 Pixeln Auflösung sowie ein WLAN-Modul und Android 2.2 “Froyo” als Betriebssystem. Das lange für einen Preis von 35 Dollar beworbene Tablet kostete letztlich 45 Dollar (ca. 34,40 Euro) und war in einer Woche vergriffen.

Deutliches Hardware-Upgrade

Der Nachfolger, getauft “UbiSlate 7” steht nun in den Startlöchern. Für einen Mehrpreis von zehn Dollar, umgerechnet 42 Euro, werkt unter dem wiederum mit sieben Zoll dimensionierten Bildschirm ein Cortex-A8-Prozessor, der immerhin mit einer Rechenleistung von 700 MHz aufwartet und von einem integrierten Grafikbeschleuniger gestützt wird. Dies soll die flüssige Wiedergabe von HD-Inhalten erlauben.

Welche Auflösung das abermals resistive Display bietet, gibt Hersteller Datawind (http://datawind.com) nicht an. Ebenso ist noch nicht klar, ob dieses multitouch-fähig ist. Dafür können Besitzer des günstigen Pads damit erstmals mobil im Internet surfen, wenn auch nur via GPRS. Der veraltete Datentransfer-Standard erlaubt Übertragungsraten, die in etwa einer ISDN-Leitung entsprechen. Das Tablet kann auch als Mobiltelefon verwendet werden.

Als Betriebssystem kommt Android 2.3 “Gingerbread” zum Einsatz. Das Pad begnügt sich mit 256 Megabyte an Arbeitsspeicher. Zum Ablegen von Dateien und Apps steht ein interner NAND-Storage von zwei Gigabyte zur Verfügung, der per SD-Karte um bis zu 32 Gigabyte aufgestockt werden kann. Zudem bietet das Gerät einen USB2.0-Port für die Verbindung mit einem PC, 3,5mm-Buchsen für den Anschluss von Mikrofon und Kopfhörern. Eine Office-Suite ist auf dem Gerät vorinstalliert. Um welche Software es sich dabei konkret handelt, ist nicht bekannt.

Vorbestellungen für das UbiSlate 7 sind über die Homepage des Produkts möglich. Wieviele Tablet-PCs produziert werden sollen, ist aktuell nicht bekannt. Das in Hyderabad befindliche Werk des Assemblers QUAD kann täglich bis zu 1.000 Stück der tragbaren Computer herstellen.

Ironie des Systems

Ironisch ist an dem Konzept von Aakash, dass es den Minderbemittelten der indischen Bevölkerung einen Zugang ins Internet ermöglichen soll – allerdings waren Bestellungen des revolutionären Geräts ausschließlich online möglich. Auch ist zwar bevölkerungsfreundlich eine Bezahlung des Geräts in Bar möglich (denn kaum ein Slumbewohner ist im Besitz einer Kreditkarte), die Lieferdauer aber wird auf der Website recht vage mit dem Ausdruck “im Lauf einer Woche” angegeben. Da sich die Redaktion von “Indische Wirtschaft” meist auf Recherche außerhalb des eigenen Büros befindet, hätte ein Kollege dafür finden müssen – jedoch trägt selbst in der indischen Mittelklasse niemand einen solch hohen Betrag täglich mit sich herum – man kann sich entsprechend die Frustration eines Slumbewohners vorstellen, der eine Woche wartend vor seinen Wellblechhütte sitzen müsste, anstatt arbeiten zu gehen.

Weiters bemängelten Kritiker, dass angesichts einer schwächelnden Rupie und galoppierender Inflation der Preisvorteil permanent schwächer werde – und auf technischer Ebene wird argumentiert, dass das Aakash ein Fehlgriff sei, weil Betriebssystem und Prozessor schlecht auf einander abgestimmt sind. (Stefan Mey/pressetext)

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