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Überall die gleichen Probleme? (Kommentar von Stefan Mey)

Written by Stefan Mey

Die vergangenen Tage habe ich auf einer Entrepreneur-Konferenz in Mumbai verbracht. Die Themen: Wie lerne ich aus meinen Fehlern? Wie setze ich einen Business Plan auf? Wie finde ich das richtige Personal? Wie wachse ich richtig? Und: Sudern über einen zu kleinen Markt an VC-Gebern. Das kam mir irgendwie bekannt vor – schließlich sind dies haargenau jene Themen, die auch Österreichs Start-Ups beschäftigen.
Nicht anders auf einer indischen Cloud-Konferenz: Sicherheit und Redundanz sind die Themen, die die Teilnehmer bewegen, ebenso wie faire Vertragsgestaltung und technische Details – zumindest wird mir das im Interview mit einem hochrangigen Deloitte-Manager erzählt. Ob es in Indien auch Probleme gibt, die es in anderen Ländern nicht gibt, frage ich. Die Energieknappheit etwa? Oder die höheren Kühlungskosten?

Niedergeschrieben in Textform lautet die Antwort: Nein. Und dazu gibt es dann diese Geste, die man nur in Indien zu sehen bekommt: Ein Schwenken des Kopfes, das der Laie vorerst als Kopfschütteln interpretiert, in den meisten Fällen aber eigentlich „Ja” bedeutet. Beziehungsweise: „Ja, nein, vielleicht. Jein.” Recht beliebt ist das Kopfschütteln etwa als Reaktion eines Rikschafahrers auf die Frage, ob er den Weg in eine bestimmte Straße finde: Ja, findet er. Kann aber auch sein, dass er Umwege fahren muss.

Dementsprechend auch die Antwort des Deloitte-Managers auf die Frage, ob die Stromausfälle eine Gefahr für Cloud Computing sind: Ja, nein. Man muss es halt mit bedenken. Aber ein Problem ist es trotzdem nicht. Zur Sicherheit sollte man aber selbst ein kleines Kraftwerk betreiben, um Ausfallsicherheit zu haben.

Fazit: In Indien gibt es halt viele Wahrheiten, das hat unter anderem mit der polytheistischen Religion des Hinduismus zu tun. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich ein anderes Mal erzählen werde.

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