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Indien goes mobile (2/2)

Abgesehen von den günstigen Datentarifen und neuen Endgeräten, sollte man nicht vergessen, dass derzeit 95% der Handy-Benutzer in Indien keine Smart Phones haben.

SMS als Killer-Applikationen
Diese 600 Millionen Kunden wollen trotzdem mobilen Content (v.a. Nachrichten und Unterhaltungsangebote sowie nützliche Information zu ihrer Einkommensquelle Landwirtschaft) konsumieren und Applikationen nutzen, die ihre Lebensverhältnisse verbessern – zum Beispiel ohne ein Bankkonto zu haben Geld mittels Handy zu überweisen. Letztes Jahr wurden 350 bis 400 Millionen Dollar für einfache SMS (& WAP) Dienste ausgegeben.
Die Start-Up Firma http://mytoday.com/ bietet ein perfektes Produkt für den indischen Markt: 200 verschiedene SMS-Abos um je 5 Rupien pro Monat (8 Cent) – von Nachrichten und Aktienkursen bis zu typisch indischen Angeboten zu den Themen Bollywood, Cricket oder Astrologie. Das Portal hat derzeit 4 Millionen Kunden und ist für 3% des gesamten indischen SMS-Verkehrs verantwortlich. Wenn jeder Kunde nur ein Angebot abonniert hat, macht das schon einen B2C Jahresumsatz von 4 Millionen Euro.
Derzeit konzentrieren sich die Mobile-Operators und Content Provider verstärkt auf diese BoP-Märkte und nehmen ganz bewusst minimale Deckungsbeiträge in Kauf, um das indische Milliardenpublikum zu erreichen. Die Kunden müssen technologisch und preislich dort abgeholt werden, wo sie sich gerade befinden. Sind sie einmal Kunden, werden diese bald auch für die neuen UMTS Dienste und Mehrwertleistungen interessant.

Zurück in die Zukunft
Damit überspringt die indische Masse beim Medienkonsum den Computer(Bildschirm) und geht vom TV gleich zum Handy-Screen, um dort die Informations-, Unterhaltungs- und Serviceangebote zu nutzen. Mobile Technologien bieten viele Vorteile in Märkten wie Indien: Günstige Endgeräte mit maximaler Mobilität haben geringe Anforderungen an die lokale Infrastruktur und zeichnen sich durch geringe Verbindungsentgelte und einfache Usability aus. Festnetztechnologien (Internet) für Wanderarbeiter, Bauern in angelegenen Dörfern und Menschen in Slums würden einfach keinen Sinn machen.
2014 soll es in Indien über eine Milliarde Handy Kunden geben. Die größten Geschäftspotentiale liegen in den Bereichen m-learning, Mobile Social Networking und Mobile Marketing. Angebote für Indien sind funktionell, preislich und technologisch weltweit für 4 Milliarden Menschen interessant. Das wissen auch die indischen Provider wie Bharti Airtel, die erst kürzlich Zain Telecom aus Kuwait um USD 10,7 Mrd. übernommen haben und damit Zugang zu 15 afrikanischen Ländern bekommen. Dieser Deal war der zweitgrößte internationale Merger einer indischen Firma.   (Wolfgang Bergthaler)

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About the author

Wolfgang Bergthaler

Wolfgang Bergthaler ist seit 2004 mit Indien beruflich und privat eng verbunden. Als Entrepreneur, Berater und Blogger hat er Land und Wirtschaft von den spannendsten Perspektiven kennen gelernt.
Auf "Indische Wirtschaft" teilt er seine Erfahrungen, insbesondere zu den Themen IT Outsourcing, Tech Startups, Marketing und Vertrieb.

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