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Indien wird zum Solar-Superland

Die Regierung in Neu Delhi hat einen nationalen Aktionsplan – die “National Solar Mission” – aufgestellt, mit dem die nationale Sonnenstrom-Produktion bis 2022 auf 20.000 Megawatt steigen soll; 100.000 neue Arbeitsplätze sollen dadurch entstehen. Das klingt beeindruckend, muss aber in Relation gesetzt werden: Bereits im Jahr 2009 waren im ungleich kleineren Deutschland 9.000 Megawatt Leistung installiert.

Dennoch sind die Pläne zu begrüßen; denn das Vorhaben eröffnet neue Perspektiven in einem Land, das unter Energiemangel leidet: Aktuell sieht sich Indien einem Energiedefizit von 10 bis 17 Prozent ausgesetzt. Ein Drittel der indischen Bevölkerung, über 450 Millionen Menschen, leben derzeit ohne elektrischen Strom. Städte müssen aufgrund von Stromausfällen täglich zwei bis vier Stunden auf ihre Energieversorgung verzichten. In ländlichen Gebieten beträgt die Stromausfallrate pro Tag bis zu 20 Stunden. Außerdem wird ein weiterer Anstieg des Energieverbrauchs erwartet: Der Stromverbrauch pro Kopf liegt derzeit bei nur 660 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. In den nächsten 10 bis 20 Jahren rechnen Experten mit einer Steigerung auf bis zu 2.000 kWh. Zum Vergleich: In Europa liegt der durchschnittliche pro Kopf Verbrauch heute bei etwa 6.500 kWh pro Jahr.

Potenzial für eine weitere Entwicklung der Photovoltaik gibt es in dem südlichen Land jedenfalls genug: Die Sonneneinstrahlung beträgt vier bis sieben kWh pro Tag, bei rund 300 Sonnentagen pro Jahr. Ausreichend Raum also für deutsche und österreichische Technologien im Bereich der Erneuerbaren Energien; und sich ein zukunftsträchtiger, bei weitem nicht gesättigter Markt. (Stefan Mey)

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