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Putin liefert Atomkraftewerke an Indien – Energie ist Wachstumssegment

Vergangenen Freitag beschlossen der russische Ministerpräsident Vladimir Putin und der indische Premierminister Manmohan Singh, bei der zivilen Nutzung von Kernenergie enger zusammen zu arbeiten. Auch bei der Rüstung soll es weitere Kooperationen geben; bereits jetzt ist Russland der größte Rüstungslieferant Indiens.

Im Bereich Energie haben sich die Russen ein lukratives Feld ausgesucht. Denn Indiens Energiehunger ist gewaltig; der Ausbau an Versorgung kann mit dem Wirtschaftswachstum kaum mithalten. Nicht selten wird von stundenlangen Stromausfällen berichtet.

Gewaltiger Ausbau nötig

Die Analysten von Deutsche Bank Research sehen im Bereich Energie ein deutliches Potenzial. Der starke Bevölkerungszuwachs und das Wirtschaftswachstum würden einen enormen Druck zur Modernisierung der Infrastruktur kreiieren; im Zeitraum von 2007 bis 2012 seien insgesamt 450 Milliarden US-Dollar an Investments angebracht, davon 250 Milliarden US-Dollar allein im Energie-Bereich. Auch ist eine bessere Infrastruktur die Basis für mehr Wachstum: Die indische Wirtschaft könnte um zwei Prozentpunkte mehr pro Jahr wachsen, wenn die Infrastruktur besser wäre, heißt es im Report. Nicht zu vergessen die humanitären Probleme: Dem Energieministerium zufolge verfügen rund die Hälfte der ländlichen Gebiete nicht über ausreichend Versorgung mit elektrischem Strom.

Indien hat nur rund ein Drittel der installierten Kapazität von China. Mit rund 50 Prozent Anteil macht Kohle die Hauptquelle für die Gewinnung elektrischen Stroms aus, rund 10 Prozent sind Gas, rund 25 Prozent Wasserkraftwerke. Erneuerbare Energien (ausgenommen Wasserkraft) machen mit rund sieben Prozent noch einen recht kleinen Teil aus; der Anteil an Atomenergie liegt bei drei Prozent. (Stefan Mey)

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Stefan Mey

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